20 Jahre der "Migrationsberatungsstellen für Erwachsene Zuwanderer"

- 08.12.2025 - 

Seit Verabschiedung des Integrationsgesetzes 2005 gehören Integrationskurse, Jugendmigrationsdienste (JMD) und die Migrationsberatungsstellen für erwachsene Zuwanderer (MBE) zur Infrastruktur der Integration in Deutschland. Das 20jährige Bestehen der MBE in Freiburg wurde am 12. November 2025 im Winterer Foyer des Theater Freiburg öffentlich gewürdigt. 

Vor ca. 100 Gästen betonte Freiburgs Erster Bürgermeister Ulrich von Kirchbach, dass sich auf kommunaler Ebene entscheidet, wie Integration gelingt - und die MBE für Freiburg dabei unverzichtbar ist.
Für den MBE-Trägerverbund - DRK Kreisverband Freiburg e.V., Caritasverband Freiburg-Stadt e.V., Südwind e.V. und dem Diakonischen Werk Freiburg - unterstrich Jochen Hilpert (Geschäftsführer des DRK Freiburg e.V.) die Leistung der MBE und den Beitrag der Träger. So wurde allein im Jahr 2024 ca. 1.800 Personen in Freiburg geholfen, mit ca. 4.000 Beratungskontakten. Die Bundesfinanzierung wird durch die Träger zu mind. 15% aus eigenen Mitteln gegenfinanziert - ein substanzieller Beitrag der Wohlfahrtsverbände. 
Im weiteren Verlauf erläuterte Prof. Dr. Constantin Hruschka (Evang. Hochschule Freiburg) Entwicklungen insbesondere des Aufenthaltsrechts und den herausfordernden Umsetzungen für Beratungsstellen und Ausländerbehörde. Was Ankommende selbst leisten und wo MBE sinnvoll unterstützen kann, machten zwei Klientinnen der MBE im Rahmen eines Podiumsgesprächs deutlich: Es braucht Jahre, um Wege des Ankommens, der Familienzusammenführung zu finden und auch mit dem Antrag auf Einbürgerung ist die Arbeit der MBE noch nicht abgeschlossen.
Gefragt nach den Wünschen für die MBE der nächsten 20 Jahre gab Dilek Gezer, langjährige Beraterin des Diakonischen Werks Freiburg, einen Herzenswunsch vieler Kolleg*innen kund: Endlich eine kostendeckende Regelfinanzierung. Denn Integration ist ein gesellschaftliches Langzeitprojekt, das verlässliche Fachberatung braucht. 
 
Text : Timm Köhler
Bilder: Ilona Müller